20.05.22

Reihe von Offsetdruckmaschinen mit farbigen Farbwalzen in einer Druckerei auf dem Produktionsboden

So funktioniert der Transferdruck bei Textilien

Geht es um das Bedrucken von Textilien, ist häufig von dem sogenannten Transferdruck die Rede. Im Rahmen dieses Druckverfahrens wird mithilfe einer Heißpresse ein Spiegelbild eines Transferpapieres auf das jeweilige Kleidungsstück gedruckt. Das Verfahren eignet sich besonders für Textilien als Werbeartikel, von T-Shirts über Jacken bis hin zu Caps.

Zu empfehlen ist der Transferdruck besonders, wenn mit einer Vielzahl unterschiedlicher Farben gedruckt werden soll. Allerdings ist das Druckverfahren im Gegensatz zum Siebdruck für kleinere Auflagen prädestiniert, da sich der Aufwand für die Vorbereitungen dann in Grenzen hält.

Geht es darum, verschiedene Kleidungsstücke mit unterschiedlichen Aufdrucken zu versehen, stellt der Transferdruck ebenfalls die erste Wahl dar. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn für unterschiedliche Firmen oder Abteilungen individuelle Designs umgesetzt werden sollen.

Transferdruck: So funktioniert er im Detail

Der Transferdruck zählt zu den bewährtesten Verfahren in der Textilveredelung. Ob für Firmenbekleidung, Event-Shirts oder personalisierte Geschenke – das Verfahren bietet Flexibilität bei Motiven und Farbgestaltung. Dabei unterscheidet man zwischen dem klassischen Transferdruck und der modernen Digitaltransfer-Variante.

Klassischer Transferdruck: Der Ablauf

Im Zuge des klassischen Transferdruckes wird das jeweilige Motiv, das auf das Kleidungsstück aufgebracht werden soll, entweder auf eine weiße Transferfolie gedruckt oder aus einem Transferpapier herausgestanzt. Im Anschluss folgt dann der passende Zuschnitt, bevor das Transferpapier beziehungsweise die Transferfolie auf das Kleidungsstück mithilfe einer Transferpresse aufgebracht wird.

Zu berücksichtigen ist dabei stets, dass sich die Wärmeeinwirkung und der Druck konstant gestalten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass es nach einer gewissen Zeit zu dem Ablösen oder Abblättern des aufgedruckten Motivs kommt. Professionelle Anbieter arbeiten mit präzise kalibrierten Pressen, die gleichbleibende Temperatur und Anpressdruck garantieren.

Auf seiner Rückseite weist das Transferpapier eine Beschichtung mit einer klebrigen Substanz auf, welche sicherstellt, dass das Motiv auf dem jeweiligen Kleidungsstück haftet und dabei eine möglichst hohe Strapazierfähigkeit und Qualität aufweist. Bevor der Auftrag der Folie auf die Textilien erfolgt, ist die klebrige Seite mit einer zusätzlichen Schutzfolie ausgestattet, um sicherzustellen, dass es zu keiner vorzeitigen Abnutzung des Klebers kommt.

Digitaltransfer: Die moderne Variante

Neben dem herkömmlichen Transferdruck existiert außerdem eine Sonderform, nämlich der sogenannte Digitaltransfer. Große Unterschiede weisen diese beiden Druckformen zwar grundsätzlich nicht auf, allerdings besticht der Digitaltransferdruck durch eine unbegrenzte Vielfalt an möglichen Farben. Bei dem herkömmlichen Transferdruck liegt das Limit jedoch bei maximal fünf unterschiedlichen Farben.

Gedruckt wird die Farbe mithilfe eines Digitaldruckers auf eine spezielle Art von Transferpapier. Im Anschluss wird die Transferpresse genutzt, um das Material entsprechend zu bedrucken. Der Digitaltransfer eignet sich besonders gut für fotorealistische Motive, Farbverläufe und komplexe Designs mit vielen Details.

Mit dem Digitaltransferdruck geht jedoch auch ein Nachteil einher, denn im Zuge des mehrmaligen Waschens lässt die Qualität des aufgedruckten Motivs oft sichtbar nach. Für langlebige Werbeartikel mit hoher Waschfrequenz empfiehlt sich daher der klassische Transferdruck oder alternativ der Siebdruck.

Die unterschiedlichen Arten der Transferpapiere

Es herrscht grundsätzlich eine überaus große Auswahl an verschiedenen Transferpapieren, die geeignet sind, um ein Motiv oder eine Werbebotschaft auf Textilien aufzubringen. Die Wahl des richtigen Transferpapiers hängt vom gewünschten Effekt, dem Einsatzzweck und dem Budget ab.

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Standardfolien für den Alltagseinsatz

Es existiert nicht nur normales weißes Papier, welches mit einem entsprechenden Druck versehen werden kann, sondern ebenfalls verschiedene Basisfolien für unterschiedliche Anforderungen. Für helle Textilien kommen hellere Folien zum Einsatz, während für dunkle Stoffe spezielle Transferfolien mit höherer Deckkraft benötigt werden.

Die Standardfolien eignen sich hervorragend für Shirts und Tops, die im Alltag getragen werden. Sie sind waschbeständig, atmungsaktiv und beeinträchtigen den Tragekomfort kaum. Je nach Qualität halten die Drucke zwischen 30 und 50 Waschgängen bei 40 Grad.

Spezialfolien für besondere Effekte

Soll nicht nur die Optik des zu druckenden Motives auf ganzer Linie überzeugen, sondern ebenfalls seine Haptik, kann so beispielsweise auf samtiges Transferpapier zurückgegriffen werden. Dadurch wird ein besonders außergewöhnlicher Look geschaffen, dessen Haptik überaus warm und angenehm ausfällt.

Daneben besteht die Möglichkeit, ein überdurchschnittlich glänzendes Design zu realisieren, wenn reflektierendes Transferpapier verwendet wird. Noch auffälliger zeigt sich das Textiliendesign darüber hinaus, wenn auf eine glitzernde Folie zurückgegriffen wird. Solche Effektfolien eignen sich besonders für Event-Textilien, Merchandise-Artikel oder besondere Werbeaktionen, bei denen Aufmerksamkeit im Vordergrund steht.

Hochwertige Transferfolien zeichnen sich generell dadurch aus, dass sie gegenüber Umwelteinflüssen, wie etwa Schnee, Regen oder einer hohen Luftfeuchtigkeit, sowie der Sonneneinstrahlung unempfindlich sind. Dies macht sie zur idealen Wahl für Outdoor-Textilien.

Einsatzgebiete: Welche Textilien eignen sich für Transferdruck?

Der Textildruck zeigt sich als überaus empfehlenswerter Weg für eine Vielzahl an Textilien und Werbemitteln. Das Verfahren ist vielseitig einsetzbar und ermöglicht die Veredelung unterschiedlichster Materialien und Produktgruppen.

Werbetextilien im Unternehmenseinsatz

Besonders beliebt ist der Transferdruck für Caps und Mützen, die als Werbeartikel auf Messen, Events oder im Handel verteilt werden. Durch die genaue Positionierung des Motivs lassen sich auch schwierig zu bedruckende Stellen wie Schirme von Caps präzise veredeln.

Auch Jacken und Westen als Arbeitsbekleidung profitieren vom Transferdruck, wenn kleinere Stückzahlen oder unterschiedliche Abteilungslogos benötigt werden. Anders als beim Siebdruck entstehen hier keine hohen Fixkosten für die Druckvorlagen, was das Verfahren wirtschaftlich macht.

Taschen und Accessoires individuell gestalten

Der Transferdruck eignet sich ebenfalls hervorragend, um Regenschirme, Baumwolltaschen und Rucksäcke zu bedrucken. Geht es um das Bedrucken von textilen Werbemitteln, ist der Transferdruck so stets in höchstem Maße zu empfehlen.

Gerade bei Taschen und Rucksäcken ermöglicht das Verfahren eine flexible Platzierung des Motivs. Ob mittig auf der Vorderseite, klein auf der Klappe oder großflächig als Allover-Design – der Transferdruck macht verschiedenste Gestaltungsideen möglich.

Diese Farben lassen sich im Zuge des Transferdrucks realisieren

Im Zuge des Transferdrucks können die Textilien mit maximal fünf unterschiedlichen Farben bedruckt werden. So bietet sich eine Vielzahl an kreativen Möglichkeiten, die von der Farbvielfalt und der beeindruckenden Farbtiefe in hohem Maße profitieren. Sämtliche Vorstellungen und Wünsche lassen sich stets exakt verwirklichen.

Die Farbauswahl orientiert sich dabei in der Regel an gängigen Farbsystemen wie Pantone oder HKS, sodass Corporate Design Farben präzise umgesetzt werden können. Wichtig ist dabei die Abstimmung zwischen den Druckfarben und dem Untergrundmaterial, um eine optimale Farbwirkung zu erzielen.

Wird sich dem digitalen Transferdruck bedient, steht sogar eine unbegrenzte Farbauswahl bereit, was etwa bei gewollten Farbverläufen oder außergewöhnlichen Farbtönen einer Corporate Identity einen großen Vorteil bedeutet. Fotorealistische Motive, komplexe Designs mit Schattierungen oder mehrfarbige Logos lassen sich damit problemlos umsetzen.

Die Kosten des Transferdrucks

Die Kosten für Transferdruck bewegen sich in einem mittleren Preissegment und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Im Gegensatz zum Siebdruckverfahren zeigt sich der Transferdruck in der Regel als wirtschaftlicher bei kleineren Auflagen, kann aber bei großen Stückzahlen teurer werden.

Preisfaktoren beim Transferdruck

Die genauen Kosten richten sich stets nach der genutzten Farbanzahl. Je mehr Farben gewünscht werden, desto höher liegt der Preis für den Druck demnach. Doch auch die Größe des Motivs und die Stückzahl wirken sich auf den Endpreis aus. Ein kleines einfarbiges Logo auf 50 T-Shirts liegt deutlich günstiger als ein großflächiges fünffarbiges Design auf der gleichen Menge.

Weitere Kostenfaktoren sind die Art der Transferfolie, ob Spezialeffekte gewünscht sind, und die Komplexität des Motivs. Mehrfarbige Motive mit feinen Details erfordern mehr Arbeitsschritte und präzisere Einstellungen, was sich im Preis niederschlägt.

Wann lohnt sich Transferdruck?

Allerdings muss dabei ebenfalls berücksichtigt werden, dass das Druckverfahren auch mit einem überaus großen Aufwand verbunden ist und viele der Arbeitsschritte von Hand ausgeführt werden. So ist der Preis durchaus gerechtfertigt und stellt eine lohnenswerte Investition dar.

Der Transferdruck lohnt sich besonders bei kleineren Auflagen zwischen 10 und 500 Stück, bei häufig wechselnden Motiven oder wenn unterschiedliche Designs auf verschiedenen Textilien umgesetzt werden sollen. Auch für Testläufe oder limitierte Editionen ist das Verfahren ideal, da keine teuren Druckvorlagen erstellt werden müssen.

Für eine individuelle Kalkulation und Beratung zu Ihrer Textilveredelung steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bestellen Sie vorab ein Musterartikel, um Qualität und Farbwirkung zu prüfen, oder nutzen Sie unsere individuelle Anfrage für ein maßgeschneidertes Angebot.

Transferdruck im Vergleich zu anderen Druckverfahren

Neben dem Transferdruck existieren weitere bewährte Druckverfahren für Textilien. Jedes hat seine spezifischen Stärken und eignet sich für unterschiedliche Anforderungen. Die Wahl des richtigen Verfahrens hängt von Auflage, Budget, Motiv und Einsatzzweck ab.

Transferdruck vs. Siebdruck

Der Siebdruck gilt als Klassiker unter den Textildruckverfahren und ist besonders wirtschaftlich bei großen Stückzahlen ab 100 Stück. Anders als beim Transferdruck werden hier für jede Farbe separate Siebe erstellt, was mit höheren Einrichtungskosten verbunden ist. Dafür sind die Drucke extrem haltbar und überstehen problemlos mehr als 100 Waschgänge.

Der Transferdruck hingegen punktet bei kleineren Auflagen und wenn häufig wechselnde Motive benötigt werden. Die Einrichtungskosten sind minimal, dafür liegt der Stückpreis etwas höher als beim Siebdruck. Für Auflagen unter 100 Stück ist der Transferdruck meist die wirtschaftlichere Wahl.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile des Transferdrucks: geringe Einrichtungskosten, ideal für kleine Auflagen, verschiedene Motive problemlos umsetzbar, präzise Farbdarstellung, auch für komplexe Designs geeignet, schnelle Produktionszeit.

Nachteile des Transferdrucks: höherer Stückpreis bei großen Mengen, geringere Haltbarkeit als Siebdruck, bei Digitaltransfer kann Qualität nach vielen Wäschen nachlassen, begrenzte Farbanzahl beim klassischen Verfahren.

Für die richtige Entscheidung sollten Sie Ihre Anforderungen genau prüfen. Geht es um eine einmalige Aktion mit 30 verschiedenen Motiven? Dann ist Transferdruck ideal. Planen Sie eine dauerhafte Arbeitsbekleidung mit gleichbleibendem Logo für 200 Mitarbeiter? Dann lohnt sich der Siebdruck. Unser Team berät Sie gerne zur optimalen Lösung für Ihr Projekt.